Sozial, nachhaltig und verantwortungsbewusst — Impact durch Produkte, Services und Ventures
Bern, Schweiz

An der Schnitt­stelle von Design, Business und Umsetzung.

Design ist keine Disziplin. Es ist eine Haltung gegenüber dem, was noch nicht existiert.

Wer Dinge entwirft, stellt Fragen. Nicht zuerst über Form, sondern über Bedingungen. Warum entsteht etwas. Für wen. Unter welchen Umständen. Die Antworten formen das Ergebnis, bevor der erste Strich gezogen ist.

Zwischen Werkstatt und Strategie, zwischen Skizze und Markteinführung liegt kein Widerspruch. Nur Arbeit. Und die Überzeugung, dass beides denselben Blick braucht.

Nachhaltigkeit ist keine Tugend. Sie ist eine Konsequenz des Denkens. Verspieltes Denken ist keine Schwäche. Es ist die Bedingung für das Neue.

Jérôme Rütsche

Foto: Leon Laskowski

Eine Ausbildung in Industriedesign, kaufmännisches Handwerk und Jahre in der eigenen Agentur, im Startup, in der öffentlichen Institution. Nicht als Karriere gelesen, sondern als Schule des Scheiterns und Gelingens. Daraus entstand ein Blick, der Ästhetik und Funktion nicht trennt. Und die Erkenntnis, dass gute Arbeit Vertrauen braucht und Struktur, die Raum lässt.

Tätigkeiten
Business Design
Service Design
Projektleitung
Content-Entwicklung
Teamführung
Budgetverantwortung
Betriebskonzept
Kunde
Swiss Center for Design and Health
Team
Louisa Carmona
Barbara Schwärzler
Meri Zirkelbach
David Wollschlegel

Evidenzbasierte Materialauswahl vereinfachen

Die Material-Kollektion des SCDH kuratiert Materialien für Gesundheitsbauten und öffentliche Gebäude, um Entscheidungsprozesse für Architekt:innen, Planer:innen und Betreiber zu vereinfachen. Vergleichbare technische Eigenschaften der Materialien werden mit Referenzbauten verknüpft und durch wissenschaftliche Publikationen ergänzt. Neben der digitalen Plattform entwickelten wir Dienstleistungsangebote in der Vermittlung und Beratung, welche durch eine analoge Material-Kollektion unterstützt werden.

Material-Kollektion SCDH — Materialmuster

Foto: Ramon Lehmann

Material-Kollektion — Produktübersicht mit Filternavigation

Produktübersicht mit mehrdimensionaler Filternavigation nach Projekt, Anwendungsbereich, Kategorie und technischen Eigenschaften

Material-Kollektion — Referenzbauten

Verknüpfung von Materialien mit realen Referenzbauten — von Alterszentren bis Kantonsspitäler

Material-Kollektion — Materialdatenblatt

Standardisiertes Datenblatt mit technischen Spezifikationen, Evidenz und Projektreferenzen

Die grösste konzeptionelle Herausforderung war die Datenstandardisierung: Hersteller liefern Produktinformationen in völlig unterschiedlichen Formaten, Tiefen und Sprachen. Ein harmonisiertes Datenblatt zu entwickeln, das sowohl für technische Spezifikationen als auch für wahrnehmungsbezogene Eigenschaften funktioniert, erforderte intensive Iteration mit Architekten, Herstellern und Forschenden.

Gleichzeitig musste ein tragfähiges Dienstleistungsmodell entwickelt werden: Wer zahlt für die Aufnahme? Wie wird die Qualität langfristig gesichert? Welche Anreize haben Hersteller mitzumachen? Die Antworten darauf entstanden durch kontinuierliches Prototyping — mit echten Stakeholdern, echten Materialien und echtem Feedback aus dem Planungsalltag.

Die interdisziplinäre Teamführung über Design, Forschung, IT und Kommunikation hinweg — bei gleichzeitiger Budgetverantwortung und laufendem Betrieb — war die operative Hauptaufgabe über die gesamte Projektlaufzeit.

Material-Kollektion SCDH — Beratung

Foto: Ramon Lehmann

Tätigkeiten
CX Recherche
Service Design
Produktdesign
Organisationsentwicklung
Operationsmodell
Stakeholder Management
Marketing
Operatives Startup
Betriebskonzept
Förderung & Partner
Berner Design Stiftung
Innosuisse
Standortförderung Kanton Bern
Regionaler Naturpark Gantrisch
Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia
Berner Bauern
Team
Alain Brülisauer — Mitinitiant
Lukas Binggeli — Brand Design
Anouk Karrer — Texte
studio nux — Webdesign
glunz gmbh — Entwicklung
Neon Ray Films — Film
Medienberichte
Hochparterre
Wohnrevue
FIRST Holzbau Magazin
MIS Magazin
Meter Magazin
Der Bund
Tages-Anzeiger
Blick
Berner Zeitung
Basler Zeitung
Frutigländer
Anzeiger von Saanen
Radio neo1

Die Region erwecken

Unsere schöne Natur nachhaltig in Szene setzen, für Menschen erlebbar machen und lokale Wertschöpfung generieren — damit sich Menschen in der Natur vom Alltag erholen und Regionen aufleben.

Die Idee entstand aus einem persönlichen Bedürfnis: ein Zufluchtsort, der nah ist und sich trotzdem fern anfühlt. Ein lauschiges Plätzchen, aufs Wesentliche reduziert und inmitten der Natur — ob zum Lesen, Arbeiten, zu zweit, mit Freunden oder mit Kindern. Der Plan war dabei nicht nur eine Unterkunft in der Natur zu bauen, sondern zugleich ein nachhaltiges Ökosystem mit Landwirten, Gästen und uns als Servicebetreibern aufzubauen.

mySaess Wohnbox im Ottenleuebad mySaess Website — Startseite mySaess Website — Buchung

Website: studio nux

Dank Komfort und Funktionalität — Kochmöglichkeit, WC, Dusche, 4 Schlafplätze — spricht mySaess eine breitere Zielgruppe an als klassisches Camping oder Glamping. Erlebnissuchende, Paare, Familien und Freunde finden gleichermassen ihr Glück, unabhängig von Wetter und Jahreszeit.

Die Unterkunft wird in der Schweiz hergestellt und bietet Schweizer Handwerk eine Plattform — von der Region, für die Region. Ein eigenes Buchungstool ermöglicht die 100% digitale Abwicklung und erlaubt es, Zusatzangebote der Gastgeberbetriebe (Kulinarik, Wellness, Aktivitäten) direkt im Buchungsprozess zu verkaufen. So entstehen essenzielle Nebeneinkünfte für ländliche Betriebe. Die Unterkunft wird damit zum Vehikel für den Verkauf und die Promotion lokaler Angebote.

mySaess Transport mit Traktor mySaess Draufsicht mit Solarpanels

Was mit öffentlichen Fördermitteln und einer klaren Vision begann, wuchs schnell zu einer vielschichtigen Aufgabe: Brand, Website und Betriebskonzept mussten entwickelt, Partnerbetriebe gefunden, Marketing betrieben und ein kleines Team aufgebaut werden — in einem Bereich, den es so noch nicht gab.

Die Zahlen sprachen letztlich für sich: Auslastung, Gästezufriedenheit und messbare Wertschöpfung für die Partnerbetriebe. Nur die rechtlichen Rahmenbedingungen hielten nicht mit. Mobile Unterkünfte in der Landwirtschaftszone lassen sich in der Schweiz kaum bewilligen. Der Scale-up blieb aus.

mySaess Interieur — Schlafbereich mySaess Interieur — Sitzbereich mit Ausblick
mySaess — Gesellschaft am Abend mySaess Interieur — Küche
mySaess — Abenddämmerung in den Bergen
«Sensationell! Das ist eine Erweiterung des ganzen touristischen Spektrums.»
Stephan Maeder — Direktor, Carlton Europe Interlaken
mySaess — regionales Essen

Fotos: Pascale Amez

Prototypenphase — 18 Monate, ganzjähriger Betrieb: 6 Standorte — 260 Buchungen, 600 Gäste — CHF 30 000 ausbezahlt an Landwirtschaftsbetriebe — 70–95% Auslastung.

Tätigkeiten
Marktanalyse
Materialrecherche
Konzept & Design
Projektleitung
Stakeholder Management
Forschungspartner
HES-SO Valais-Wallis
Prof. Dr. Manfred Zinn
Förderung
Innosuisse
Team
Felix Spuhler
Eileen Good — Praktikantin

Nachhaltiges Schreiben erforschen

Filzstifte haben eine befristete Nutzbarkeit, müssen oft ersetzt werden, bestehen aber aus Materialien für die Ewigkeit. Die meisten bieten keine Möglichkeit, aufgefüllt zu werden — so produzieren Kinder- und Erwachsenenhände jedes Jahr mit neuen Filzstiften eine Menge Abfall.

Die Vision: Wenn der Filzstift aus Materialien besteht, die biologisch abbaubar sind, kann er im Kompost entsorgt werden. So kann eine Kreislaufwirtschaft ganz im Sinne von «cradle to cradle» entstehen. Ein Produkt, das biologisch abbaubar ist, stellt viele neue Herausforderungen — und bietet ebenso viele neue Möglichkeiten.

biopen — Konzeptrendering der Stiftkomponenten

Die Arbeit umfasste eine umfangreiche Markt- und Produktanalyse, die Vernetzung von Wissenschaft und Industrie sowie die Konzeptentwicklung für alle Stiftkomponenten: Hülse, Spitze, Tintenreservoir und Tinte. Im Zentrum stand die Frage, welche biologisch abbaubaren Materialien — darunter PHA aus CO₂ sowie delignifizierte Zellulose — die technischen Anforderungen eines Filzstifts erfüllen können.

In Zusammenarbeit mit der HES-SO Valais-Wallis wurde eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, die geeignete biodegradierbare Materialien (PHA/B) für die Fasern im Tintenreservoir evaluiert. Finanziert durch Innosuisse.

«Die Zusammenarbeit an dem Forschungsprojekt hat uns Forscher*innen aufgezeigt, wo das Potential für unser Material und wo die Grenzen unseres technologischen Standes sind.»
Prof. Dr. Manfred Zinn — Biotechnologie, HES-SO Valais-Wallis
biopen — Materialrecherche: Zellulose und PHA
Tätigkeiten
Stakeholder Research
Konzept
Design
Prototyping
Technische Entwicklung
Produktionsbegleitung
Partner
PaperFoam
Schelling
Team
Felix Spuhler

Weltweit natürlich verpackt.

Die neuen Standardverpackungen aus einem biologisch abbaubaren Material sichern durch einen innovativen Klemmmechanismus unterschiedliche Modelle.

Der hohe Grad an Innovation im Umgang mit der PaperFoam-Technologie ermöglichte eine ganzheitlich formschlüssige und ästhetische Transport- und Verkaufsverpackung.

Standardverpackung II — Rendering geschlossen
«I want to thank you for the fun cooperation. It was a pleasure working with you on this exciting journey in the watch industry. Your designs have sparked quite some inspiration within PaperFoam — you truly pushed our boundaries. Heck, you broke the mold!»
Joost Gierveld — Account Manager, PaperFoam
Standardverpackung II — Rendering geöffnet

Rendering: Felix Spuhler

Tätigkeiten
Materialrecherche
Konzept & Design
Prototyping
Technische Entwicklung
Produktionsbegleitung
Partner
PaperFoam
Schelling
VTT
Cellutech
Team
Felix Spuhler
Eileen Good — Praktikantin

Mach Freude und lebe kurz.

Eine zeitgemässe Verpackungslösung für Kinderuhren — ein Produkterlebnis, das bereits beim Entpacken beginnt.

Intensive Materialrecherchen führten uns in europäische Labors und dazu, selbst mit Materialien zu experimentieren. Eine kurze Go-to-Market-Strategie erforderte ein erprobtes Material — PaperFoam, ein biologisch abbaubares Spritzgussmaterial auf Stärkebasis. Dieses haben wir in funktionaler und ästhetischer Weise ausgenutzt: Entstanden ist ein Unboxing-Erlebnis, das neue ökologische und gestalterische Massstäbe setzt und dabei den vielseitigen Ansprüchen des Kunden Rechnung trägt.

Standardverpackung I — Rendering

Rendering: Felix Spuhler

«On my holidays in Verona I found a swatch shop, and they had the new FlikFlak packaging there — looked really great. Just want to say thank you for the time and effort you put in this product — but mostly your creativity. You definitely helped us to push our material forward.»
Erwin Fontaine — Global Sales Manager, PaperFoam

Die Entscheidung, natürliche und nachhaltige Materialien einzusetzen, bildete auch die Grundlage für ein neues POS-Display: Entstanden ist ein Baukasten aus Naturpapieren, der die spielerische Welt der Kinderuhrenmarke erlebbar macht — direkt am Point of Sale.

Standardverpackung I — POS-Display aus Naturpapier
Tätigkeiten
Materialrecherche
Konzept & Design
Prototyping
Technische Entwicklung
Produktionsbegleitung
Projektmanagement
Partner
Hartenfels Ceramics
Glasi Hergiswil
Bruni Holzdrechslerei
Team
Felix Spuhler

Vom Dach auf den Teller

Ein Dachziegel als Inspiration und die Entwicklung einer roten Giessmasse führten zu dieser 13-teiligen Geschirrserie — 6 Teile für den Mittagsservice, 7 für den Abendservice — die den hohen technischen Anforderungen der Gastronomie standhält.

Casino Geschirr — Zwei Personen prüfen einen Teller in der Manufaktur

Foto: Anders Stoos

Casino Geschirr — Kollektion auf Terrakotta-Hintergrund
Casino Geschirr — Grosser Teller mit Gericht Casino Geschirr — Teller mit Gericht von oben
Casino Geschirr — Fingerfood-Arrangement auf verschiedenen Tellern Casino Geschirr — Detail Teller mit Logo

Fotos: Digitale Massarbeit

Die Mittagskollektion ist geometrisch schlicht gehalten, zwanglos und zugänglich. Die sanfte Wellenstruktur ist der Abendkollektion vorbehalten: komplexer, anspruchsvoller, vielfältiger. Alle Teile der Abendkollektion können auf beiden Seiten verwendet werden — eine Antwort auf die Herausforderung, Keramik im manufakturellen Massstab in Mitteleuropa herzustellen, statt in Billiglohnländer auszuweichen.

Die Frage nach Herkunft und Produktionsbedingungen endet beim Teller zumeist. Nicht so hier: In einer Keramikmanufaktur im Westerwald wurde eigens eine Keramikmasse entwickelt, die dem regional vorkommenden «roten Ton» zu aussergewöhnlicher Qualität verhilft. Jedes der 13 Teile wurde in einer Losgrösse von 100 Stück gefertigt — insgesamt 1 300 Stück, hergestellt in Mitteleuropa. Nominiert für den Swiss Design Award 2020.

Casino Geschirr — Schablone mit Rillenstruktur in der Manufaktur Casino Geschirr — Gipsformen Detail mit Negativformen
Casino Geschirr — Detailansicht Gipsform mit Fächerstruktur Casino Geschirr — CNC-Fräse bei der Bearbeitung einer Form
Casino Geschirr — Trockengestell mit rohen Tellern
Casino Geschirr — Schreiner und Designer besprechen Prototyp Casino Geschirr — Blick in die Keramikmanufaktur
«Das Projekt mit Euch und dem Casino war wirklich ein Highlight. Es war stressig und aufregend zugleich, aber in Summe war es ein sehr schönes und letztlich ein erfolgreiches Projekt.»
Markus Hartenfels — Geschäftsführer, Hartenfels Ceramics
Casino Geschirr — Negativform mit Wellenstruktur auf Gipsblock
Tätigkeiten
Konzeption
Prototyping
Planung & Ausführung
Installation

Von der Idee bis zur Installation

Möbelentwürfe, Innenausbauten und Kundenaufträge — von der ersten Skizze bis zur fertigen Installation. Spielerisches Prototyping trifft auf handwerkliche Sorgfalt.

Fauteuil & Bibliothekslounge

Prototyping zum Spass — ein Fauteuil aus Sperrholz und Konstruktionsholz sowie eine rollbare Bibliothekslounge als OSB-Sofa mit integriertem Bücherregal.

Fauteuil aus Sperrholz und Konstruktionsholz
Bibliothekslounge — OSB-Regal in der Werkstatt Bibliothekslounge — OSB-Sofa mit Kissen

Flying Desk

Ein mobiles und höhenverstellbares Werkstattbüro — entwickelt für die SCDH. Der Flying Desk lässt sich flexibel im Raum positionieren und dient gleichzeitig als Arbeitsplatz, Pinnwand und Raumteiler.

Flying Desk — zwei Personen arbeiten stehend am mobilen Schreibtisch
Flying Desk — Person sitzt am Schreibtisch in der Werkstatt Flying Desk — als Pinnwand genutzt im Gespräch

Bänkli Muri

Eine Bank, entwickelt in einem partizipativen Prozess mit der Gemeinde Muri und Komform. Aus dem gemeinsamen Dialog entstanden ein Möbel aus Douglasienbrettern und verzinktem Stahl — modular konzipiert, um verschiedene Sitzsituationen zu ermöglichen. Heute sind 18 davon an mehreren Standorten in Muri aufgestellt: bei der Haltestelle, vor der Gemeindeverwaltung und in der Einkaufsgasse.

Bänkli Muri — vor der Gemeindeverwaltung Muri
Bänkli Muri — Holzprototyp in der Werkstatt Bänkli Muri — installiert auf einem Dorfplatz
Bänkli Muri — Aussenbereich Gemeindeverwaltung mit mehreren Bänken
Bänkli Muri — Tramhaltestelle mit Bank im Vordergrund Bänkli Muri — Bänke im Bepflanzungsbereich

Fotos: Ramon Lehmann

SCDH Testräume

Massgeblich mitkonzipiert und mitgebaut: die Testräume des Swiss Center for Design and Health. Ziel war es, Forschung zu ermöglichen, Produkte unter realen Bedingungen zu testen und Räume vor der Skalierung in ihrer Materialisierung und Lichtgebung zu erproben — vom Krankenzimmer bis zum Pflegezimmer, in massstäblichen Kulissen mit echter Haustechnik und variablen Oberflächen.

SCDH Testräume — Gesamtansicht der Raumkulissen in der Halle
SCDH Testräume — Krankenzimmer mit farbigen Vorhängen und Spitalbett SCDH Testräume — Rückseite der Kulissenwände im Aufbau